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Michael Caine lebt heute mit seiner Frau Shakira und seinen beiden Töchtern Dominique und Natasha in London und Oxfordshire. Seine ersten “Schauspielerfahrungen” machte er mit 3 Jahren. Seine Familie war arm und hatte beträchtliche Schulden, so bekam er die Aufgabe, den Mietenkassierer abzuwimmeln. Er öffnete die Tür, rief: „Meine Mutter ist nicht zu Hause.“ und knallte die Tür wieder zu. Als Kind hatte er mit etlichen Handicaps zu kämpfen. So kam er mit einer Augenkrankheit auf die Welt, die seine Lider anschwellen liess, was später als Schlafzimmerblick interpretiert wurde. Ausserdem hatte er Segelohren, welche man mit Pflaster zu korrigieren versuchte . Aufgrund eines Vitaminmangels hatte er zu schwache Knochen und musste orthopädische Schuhe tragen. Wenn er sich heute dieses Bild vor Augen hält, kann er sich vorstellen, wie er die anderen Kinder zu Tode erschreckt haben muss. Seinen Vater beschreibt er als lustig und intelligent, aber ungebildet. Er glaubt, dass er nie wirklich glücklich war. Seine unzähligen Ratschläge haben Michael geprägt. („Vertrau’ nie Leuten mit Krawatten.“) Seine Mutter hat er ebenfalls als sehr lustig in Erinnerung. Sie widmete ihr Leben ihrer Familie. Dank ihr, hatte er trotz Armut nie hungern oder frieren müssen und lernte nie das Gefühl kennen, ungeliebt oder benachteiligt zu sein. Er hat einen drei Jahre jüngeren Bruder: Stanley. Als Michael vier war, sah er seinen ersten Kinofilm Lone Ranger. Von da an wusste er, dass er Schauspieler werden wollte. 1939, er war sechs Jahre alt, begann der Krieg. Zusammen mit seinem Bruder, aber ohne die Eltern, wurde er aufs Land evakuiert. Sie wurden bei verschiedenen Pflegeeltern untergebracht. Er erinnert sich an rationiertes Essen, lediglich zu Weihnachten gab es reichlich gutes Essen und sogar Süssigkeiten. 1946 kam er zurück nach London. Es war ein Schock für ihn. Die Strassen, die er kannte, existierten nicht mehr, überall Zerstörung und Ruinen. Um dem zu entrinnen, flüchtete er sich in Kinos oder Bibliotheken. Schliesslich zog die Familie in ein Fertighaus mit bis dahin ungekanntem Luxus. Es gab einen Kühlschrank und ein Klo mit Spülung. Michael ging wieder zur Schule. In der Gegend, in der er wohnte, lebte man hart und gefährlich. Es gab nur zwei Wege heraus: Sport oder die Unterhaltungsbranche. Er begann im Jugendclub „Clubland“ mit der Schauspielerei. Eigentlich gelangte er eher zufällig zu einem Schauspielkurs, weil er in ein Mädchen verliebt war. Letztendlich verliebte er sich in die Schauspielerei. Auf einer Ferienfahrt half er bei Filmaufnahmen und begann sich für die Technik zu interessieren. Als im Abspann sein Name gezeigt wurde und die Leute darüber lachten, wusste er, er würde ihn ändern müssen. Mit 16 verliess er die Schule und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Zunächst arbeitete er als „Mädchen für alles“ bei einer kleinen Firma namens „Peak Films“. Dann bekam er eine Stelle bei der zu jener Zeit grössten Filmgesellschaft „J. Arthur Rank Organisation“. Mit 18 wurde er zum Militär einberufen und musste im Queen’s Royal Regiment seinen Dienst ableisten. Es war die Hölle für ihn, mit 28 unsauberen Kameraden in einem Raum zu schlafen, den ganzen Tag zu laufen und alles zu schrubben, bis es glänzte. Er begann die Armee zu hassen und zählte die Tage bis zur Entlassung. Um nicht noch länger bleiben zu müssen, entschied er sich, für ein Jahr nach Korea zu gehen. Dort war zwar kein Krieg, doch er musste ständig Angst vor Krankheiten haben. Es gab unsagbar viele Ratten, Ungeziefer und Moskitos. Das Wetter war furchtbar, der Winter kalt und überall lauerten Gefahren. Doch er überstand diese Zeit und verliess überglücklich und als neuer Mensch die Armee. 1952 arbeitete er in einer Butterfabrik. Dort lernte er einen alten Mann kennen, der ihn auf die Idee brachte, in der Zeitschrift „The Stage“ nach Jobangeboten in der Unterhaltungsbranche zu suchen. So bekam er erst einen Job als Bühnenarbeiter und später eine Rolle als Polizist. Er war allerdings so aufgeregt, dass er den Text vergass und keine weiteren Rollenangebote bekam. Erst als niemand sonst in Frage kam, erhielt er eine feste kleine Rolle und mit der Zeit dann immer grössere. Es schien also aufwärts zu gehen, doch dann erkrankte er, wie einige seiner ehemaligen Kameraden, an einer seltenen Form von Malaria, die als unheilbar galt. Er wurde körperlich sehr schwach, nahm stark ab und man prophezeite ihm eine Lebenserwartung von 40 oder 50 Jahren. Er glaubte, seine Karriereträume begraben zu müssen, dennoch ging er zurück zum Theater. Einige Zeit später erhielt er einen Brief von der Armee mit der Mitteilung, die Krankheit wäre jetzt heilbar. Er bekam zwei Pillen täglich und durfte sich 10 Tage lang nicht bewegen, wurde dann aber als geheilt entlassen. Er wollte wieder zurück zum Theater, doch seine alte Company existierte nicht mehr. Also suchte er sich einen neuen Job. Dort verliebte er sich in Patricia Haines, die “Leading Lady” des Theaters. Einige Wochen später heirateten sie. Sie verdienten mit der Schauspielerei gerade genug Geld, um zu Überleben. Ab und zu hatten sie kleine Auftritte im Fernsehen. Michael gab schliesslich auf, da Pat mehr Talent hatte und nahm normale Gelegenheitsjobs an. In der Beziehung kriselte es und Pat wurde schwanger. Als Dominique auf die Welt kam, bedeutete dies eine zusätzliche finanzielle Belastung. Sie trennten sich und Pat ging mit Dominique zurück zu ihren Eltern aufs Land. Michaels Vater war inzwischen an Rheuma erkrankt und bettlägerig. Später stellte sich heraus, dass er Leberkrebs und nur noch ein paar Wochen zu leben hatte. Nach dem Tode seines Vaters verlor Michael seinen Job und war bald ganz unten. Er lieh sich Geld von seiner Mutter und ging nach Paris. Paris war wie eine Therapie für ihn und bewahrte ihn vor einem Nervenzusammenbruch. Er schlug sich mit Jobs durch, übernachtete auch mal auf dem Flughafen, wenn er kein Geld mehr für ein Zimmer hatte, bis er sich in der Lage fühlte, wieder nach Hause zu gehen. Fast zur selben Zeit erreichte ihn ein Telegramm von seinem Agenten mit einem Jobangebot. Wegen seiner Koreaerfahrungen hatte er eine Rolle in dem Film A Hill in Korea bekommen. Gedreht wurde in Portugal und im Studio in Shepperton. Das verdiente Geld schickte er Pat für das Baby und besorgte sich eine Wohnung in Earls Court. Kurz vor Drehschluss wurde er von seinem Agenten rausgeschmissen. Er sah den Film und fand ihn schlecht. Er fand eine neue Agentin, Josephin Burton, diese hatte jedoch nur wenige Jobs für ihn. Also musste er zurück zu seiner Mutter. Es war eine sehr, sehr harte Zeit. Viele seiner Kollegen gaben zu jener Zeit auf und begingen sogar Selbstmord. Schließlich bekam er ein Angebot für eine Fernsehrolle, für die er seinen damaligen Künstlernachnamen Scott ändern musste, da es schon einen Michael Scott auf der Liste gab. Zufällig sah er den Filmnamen The Caine Mutinity mit Humphrey Bogart und entschied sich kurzerhand für den Künstlernamen Michael Caine. Doch irgendwie stand seine Schauspielkarriere still. Sean Connery, Eddie Judd und andere aus seinem Bekanntenkreis machten größere Fortschritte. Michael bekam langsam Panik. Er begann Alkohol zu trinken. Mit dem Theaterstück One More River in Liverpool ging es wieder aufwärts. Mit The Long and The Short and The Tall tourte er durch England, Schottland und Irland - eine lehrreiche Zeit.
Wird fortgesetzt !
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