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Cary Grant

wurde am 18. Januar 1904 als Archibald Alexander Leach in Horfield bei Bristol in England geboren. Die Ironie ist, dass der Mann, der der Elite beibrachte, wie ein moderner Gentleman sein sollte, seine Wurzeln in der Arbeiterklasse hat. Sein Vater, Elias, war Textilarbeiter. Ein gut aussehender Mann, der sich am wohlsten inmitten fröhlichen Trubels fühlte. Er hatte den Ruf eines Casanova. Die Mutter, Elsie, war eine kleine, zierliche Frau mit olivfarbener Haut und einem leichten Kinngrübchen. Sie kam aus einer großen Familie von Brauereiarbeitern, Wäscherinnen und Schiffszimmerleuten. Die beiden heirateten 1898.

Vier Jahre bevor Achie Leach geboren wurde, war ihr erstes Kind zwei Tage vor seinem ersten Geburtstag gestorben. Der Verlust hat Archies Mutter, damals 22, schwer deprimiert und fortan zurückgezogen leben lassen. Der Arzt der Familie riet ihnen zu einem weiteren Kind und so kam dann Archie als einziges Kind der Familie zur Welt.
Um die Beschneidung Archies ranken sich verschiedene Gerüchte. Die Biographen Higham und Moseley meinen, dass sein wirkliche Mutter eine mysteriöse jüdische Frau war, die Lillian genannt wurde. Dafür gibt es jedoch keinerlei Beweis. Außerdem haben weder Archies Vater noch seine Mutter jüdische Vorfahren.
Elsie hat an ihren einzigen Sohn geglaubt und es geschafft, ihn trotz ihrer begrenzten Möglichkeiten zu einem Klavierlehrer zu schicken. Archie ging regelmäßig ins Kino, wo er von den Slapstick-Komödien mit Stars wie Charlie Chaplin, Chester Conklin, Mack Swain und anderen, begeistert war. Offenbar waren dies die seltenen Gelegenheiten, ein Verhältnis zu seinem Vater aufzubauen. Sie gingen auch gemeinsam ins Theater. Archie war davon bezaubert und besucht es, sooft er die Gelegenheit dazu hatte.
Als Archie eines Tages aus der Schule kam, er war 9 Jahre alt, war seine Mutter verschwunden.
In den letzten Monaten war ihr Verhalten unberechenbar geworden. Elias hatte sie in eine Heilanstalt für geistig Verwirrte einliefern lassen. Archie wurde gesagt, dass seine Mutter  zur Erholung in eine benachbarte Küstenstadt gefahren sei. Archie hatte zu ihr eine etwas komplizierte Beziehung, denn sie war oft stur und hatte eine eigenwillige Vorstellung von Unabhängigkeit. Er hat während seiner Karriere mehrmals versucht, sie zu sich in die USA zu holen, sie blieb jedoch zeitlebens in Bristol, wo sie 1973 starb.
Während der Zeit, als Elsie in der Anstalt war, hatte Elias eine Geliebte, Mabel Alice Johnson.
Archie wusste davon jedoch nichts. Er erfuhr es erst nach dem Tode seines Vaters infolge  Alkoholismus, Ende 1935. Archie und Elias lebten zunächst bei seiner Großmutter Elisabeth (Elias‘ Mutter), an die sich Archie später als „Kalte, kalte Frau“ erinnert. Erst nach Jahren eines Doppellebens, zogen Elias und Mabel zusammen und hatten ein Kind.
Mit 11 erhält der kluge Archie ein Stipendium an der Fairfield - Mittelschule, in die er 1915 eintritt. Aber Archie muss für die Schuluniform, Bücher u.s.w. zahlen. Sein Vater gibt ihm nur wenig Geld und somit sind seine Ziele für eine höhere Ausbildung in weite Ferne gerückt.
In seinem zweiten Jahr in Fairfield, freundet sich Archie mit einem Elektriker an, der  Aushilfsassistent an der Schule war. Dieser, heute nicht mehr bekannte Mann, arbeitete im Hippodrome, dem damals neuesten Variete-Theater Bristols. Er brachte Archie an das Theater, wo er als „Kabelhelfer“ eingesetzt wurde. Schnell wurde Archie Assistent der Techniker. Der Elektriker machte ihn schließlich mit dem Manager des Empire-Theater bekannt, wo er als Beleuchtungsassistent anfangen konnte. Hier lernte er eine Menge über das Showgeschäft. Eines Abends vermasselte er durch einen Beleuchtungsfehler den Auftritt eines Illusionisten, der mit Spiegeln arbeitete. So endete Archies inoffizieller Job abrupt.
Archie ging zurück an das Hippodrome und bekam einen Job als Laufbursche.
Kurz danach machte man ihm das Angebot, als Schauspielschüler in die Komödiantentruppe von Bob Pender einzutreten. Angeblich soll Archie deswegen von zu Hause weggelaufen sein. Eine Woche später holt ihn sein Vater zurück nach Hause. Im März 1918 wird er mit einer unklaren Begründung von der Schule geworfen. Er soll unwillig, unbeteiligt und unverbesserlich - eine Schande für die Schule - gewesen sein. Drei Tage später ist er wieder bei der Pender- Truppe.
Bob Pender war ein Mann in der Vierzigern, einer der erfahrendsten und vielseitigsten Komödianten im England dieser Zeit. Seine Frau Margaret war früher  Tänzerin an den Folies Bergére in Paris. Archie lebte für zwei Jahre zusammen mit den Penders und anderen jungen Komödianten in Brixton, London und anderen Städten ihrer Tournee.
1920 bekam die Pender-Truppe ein Engagement nach New York – eine exzellente Chance für alle jungen Schauspieler. Archie gehörte zu den 8 Auserwählten dieses Abenteuers. Auf dem Schiff nach Amerika, traf Archie Douglas Fairbanks sen. und Mary Pickford. Mit Fairbanks blieb er viele Jahre in Kontakt – er war in dieser Zeit ein großes Vorbild für ihn.
In New York kam die Pender-Truppe an das Hippodrome, zu der Zeit das weltgrößte Theater mit einer Drehbühne, auf welcher mehrere hundert Darsteller gleichzeitig agieren konnten.
In den Zwanzigern zogen Varieté-Theater riesige Menschenmengen an. Es gab sensationelle Bühnenshows, die dem wachsenden Phänomen Kino Paroli bieten sollten. Es war ein harte, aber unschätzbare Schule für Archie, der akrobatische Tricks gelernt hat, den Gang eines Betrunkenen, Tanzschritte und Zaubertricks. Nach 455 Vorstellungen wurde ihre Show „Good Times“ im April 1921 abgesetzt. Die Truppe fing an, in Amerika herumzureisen. Im April 1922 war Penders  Engagement abgelaufen und er beschloss, nach England zurückzukehren. Mehrere Mitglieder der Truppe jedoch, einschließlich Archie, blieben in Amerika.
Archie Leach bemühte sich um einen Job bei George C. Tilyou, dessen Familie Besitzer und Betreiber des Steeplechase Park auf Coney Island war. Hier musste Archie auf sechs Fuß hohen Stelzen herumlaufen, um für die Rennbahn zu werben. Danach bekamen er und andere ehemalige Mitglieder der Pender-Truppe einen Job am Hippodrome in der Variete-Show „Better Times“. Archie gehörte zu den „Walking Stanleys“. Als die Show 1923 abgesetzt wurde, bereitete sich die Truppe auf eine Tournee vor, die sie 1924 nach Kanada und die Westküste führen sollte. Bis dahin hatte Archie auf der Bühne kein einziges Wort gesprochen – das wollte er jetzt ändern.
Er traf Reginald Hammerstein, der ihn überzeugte, es mit Musicals zu versuchen. Er nahm Gesangsunterricht und 1927 engagierte ihn Hammersteins Onkel Arthur für seine erste Rolle in dem Broadway-Musical „Golden Dawn“, danach für „Polly“. Obwohl diese Musicals nicht erfolgreich waren, öffneten sie ihm die Türen für weitere Engagements.
Marilyn Miller, ein populärer Musical-Star, wollte ihn als Ersatz für ihren bisherigen Show- Partner, aber Hammerstein ließ ihn nicht zu seinem Konkurrenten Ziegfeld gehen. Er verkaufte Archies Vertrag an J.J. Shubert, der, gemeinsam mit seinem Bruder Lee, zu jener Zeit der größte Theaterproduzent am Broadway war. Archie bekam seine erste Rolle im Musical „Boom-Boom“, das im Januar 1929 Premiere hatte. Hier verdiente er bereits $ 350 pro Woche. Archie hatte auch Probeaufnahmen in den Paramount Astoria Studios, bekam aber kein Angebot.
Stattdessen blieb er weitere drei Jahre bei den Shuberts, wo er mittlerweile $ 450 in der Woche verdiente. Er kaufte sich einen Packard Sport Phaeton, damals eines der besten Autos Amerikas.
Archie tourte mit der ShowThe Street Singer“ bis Januar 1931. Diese wurde ein Flop und war einer der Gründe für die Pleite der Shubert Corporation 1931. Die Hälfte der Broadway-Theater wurde geschlossen. Archie konnte nur einen Job an der Open-Air-Bühne in St Louis, Missouri bekommen, wo J.J. Shubert eine Serie von Musicals wiederaufführte.
Zurück in New York wurde Archie für eine kleine Rolle in dem Paramount - Streifen „Singapore Sue“ engagiert. Dies war der Beginn seiner Filmkarriere, denn das Studio bot ihm einen Fünfjahresvertrag an. Archie kam im Januar 1932 nach Hollywood. Jetzt musste er sich einen neuen Namen zulegen. Bei einem Dinner offerierte er seine erste Idee: Cary Lockwood – der Name einer Rolle, die er in „Nikki“ spielte. Aber der Name Lockwood war bereits vergeben. Das Studio empfahl ihm, einen kurzen Namen zu wählen - er bekam eine Liste und entschied sich für Grant. Im Alter von 28 Jahren wurde Cary Grant geboren.
Paramount  beabsichtigte, ihn zu einer Art „Zweiter Gary Cooper“ zu machen. Dies war eine gängige Studio-Taktik, ihre Stars daran zu erinnern, dass sie nicht unersetzlich waren. Cary Grant sollte als romantischer Star in „anständigen“ Filmen etabliert werden. Er wurde sofort für zwei Filme gleichzeitig besetzt: „This Is The Night“ (Madame verliert ihr Kleid) und „Sinners In The Sun“.
Archie hatte zwar einen neuen Namen, um aber seine eigene Karriere zu gestalten, musste er sich selbst neu erfinden. Später erinnert er sich, dass unter anderen, besonders ältere englische Schauspieler wie Sir Gerald DuMaurier und A.E. Matthews Vorbilder für sein Image als eleganter und moderner Gentlemen waren. Besonders inspirierte ihn aber Noel Coward’s Darstellung seiner Rolle in „Private Lifes“
Cary Grants erste bedeutende Rolle spielte er  1932 in „Blonde Venus“, ein Film von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle. Von Sternberg veränderte Grants Scheitel von links nach rechts, was dieser dann beibehielt.
Der neue diszipliniert - gerade Scheitel wurde sein einfachstes, unkompliziertestes Merkmal.  Grant war unerfahren, ihm fehlte Selbstvertrauen und die Arbeit mit von Sternberg gefiel ihm nicht. Er war fehlbesetzt. Dennoch war „Blonde Venus“ ein hilfreicher Film für einen ehrgeizigen jungen Schauspieler.
„She Done Him Wrong“ (Sie tat ihm unrecht), der 1933 herauskam, sah ihn an der Seite von Mae West. Dieser Film war eine Verfilmung von Wests Bühnenerfolg „Diamond Lil“ von 1928. Innerhalb von 18 Tagen spielte der Film  allein in den USA 2 Millionen Dollar ein und rettete Paramount vor dem Bankrott.
1933 wurde Cary Grant als Partner von Virginia Cherill engagiert, die in Charlie Chaplins „City Lights“ das blinde Mädchen gespielt hatte. Im Februar 1934 heirateten die beiden in England. Virginia verließ ihn mehrmals – ein Jahr später wurden sie geschieden. Cary Grant zog wenig später in ein Haus zusammen mit Randolph Scott. Es gab Gerüchte um eine angebliche Bisexualität, aber keine Beweise. Hätte er homosexuelle Neigungen gehabt und versucht sie zu vertuschen, hätte er kaum jahrelang mit einem Mann zusammen gelebt.
Von 1934 bis 35 drehte Grant einige Filme. Da diese aber erst freigegeben werden mussten, konnte er sich einige Zeit von Paramount lösen und kehrte nach England zurück, wo er in „The Amazing Quest“ mitspielte. Während dieser Zeit starb sein Vater. Er wusste nichts über den Verbleib seiner Mutter – erst ein paar Jahr später machte er sie ausfindig.
1936 wurde „Sylvia Scarlett“ gedreht, nach McCann einer von Grants schlechtesten Filmen. Produziert von George Cukor, mit Katharin Hepburn, wurde er zum „Schlechtesten Film des Jahres“ gekürt. Bemerkenswert dabei ist, wie Grant es schaffte, mit einer besseren Reputation als vorher aus diesem Desaster herauszukommen. Er spielte einen Engländer und nur sein Spiel war der Grund, weshalb der Film überhaupt angeschaut wurde.
Er schien „befreit“ und die Kritiker waren beeindruckt. Dies war Grants Ticket, um Paramount zu verlassen. Er war mitunter unzufrieden mit den Drehbüchern und wollte seinen Vertrag erneuern – Paramount war jedoch nur bereit, seine Gage auf  $ 3.500 die Woche zu erhöhen, nicht aber, ihn an Drehbüchern und Projekten mitarbeiten zu lassen. Gary Cooper war der bevorzugte Star vor seiner Nase. Ihre Rivalität wuchs in den zurückliegenden Jahren.
Nach seinem 21. Film beschloss Cary Grant, keine Exklusivverträge mit Studios mehr abzuschließen. Er wurde in der Zeit freischaffend, in der Hollywood von den Studios beherrscht wurde. Es war also ein riskanter Schritt, bei dem er auch Fehler machte.
„The Howards Of Virginia“ (1940) neben „Sylvia Scarlett“ war wohl der schlechteste Film mit seiner schlechtesten Darstellung, den er jemals machte. Er brauchte kein Kostüme, um sich selbst zu verwirklichen. Er lehnte auch einige gute Stoffe ab, z.B. 1954 die Neuverfilmung von Cukors „A Star Was Born“. Mit dieser Rolle wurde James Mason für einen Oscar nominiert.
Cary Grant war nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Produzent und Geschäftsmann erfolgreich.
Douglas Fairbanks erinnert sich, dass Grant während der Dreharbeiten zu „Gunga Din“ eine Reihe Währungs- (Arbitrage-)Geschäfte getätigt hat. So kaufte er jeden Morgen, bevor er arbeiten ging, japanischen Yen und verkaufte englische Pfund. Grant hat schließlich Stanley Fox überzeugt, ausschließlich ihn zu vertreten. Sie gründeten eine Firmengruppe zur Filmproduktion.
Der erste Film, den Grant als Freischaffender akzeptierte, war Columbias „When You're In Love“. Zur gleichen Zeit wurde ihm eine prominente Rolle in RKO’s „The Toast Of New York“ angeboten, für die er nachts drehte. Keiner der Filme wurde erfolgreich, aber beide Studios waren von Grants Spiel beeindruckt. Er forderte nun eine Gage von $ 75.000 pro Film. Beide Studios hielten diese Summe aber für exorbitant. Grant musste also beweisen, dass er dieses Geld wert ist. Hal Roach gewann ihn als Co-Star für den Fantasyfilm „Topper“ (Topper geht auf Reisen) und bot ihm im Erfolgsfall $ 50.000 an – und es wurde 1937 ein Erfolg, auch nach Meinung der Kritiker. Es wurde der erste Kommerzielle Erfolg Grants als Star. Cary bekam seine Karriere in den Griff und wurde zu der Person vor und hinter der Kamera, die er sein wollte. Seine Rolle, Mr. Kerby, wurde so populär beim Publikum, das er erwog, darauf sein Leinwandimage aufzubauen.
Im Herbst 1937 wurde „The Awful Truth“ realisiert und wurde ein weiterer Erfolg. RKO war schließlich überzeugt, dass Grant gut für Kassenschlager war und unterschrieb einen Vertrag über drei Filme in den nächsten beiden Jahren. Er sollte $ 50.000 plus ein Prozent der Einnahmen pro Film erhalten. „The Awful Truth“ (Die schreckliche Wahrheit) holte sechs Oscar-Nominierungen, Cary Grant als Hauptdarsteller wurde allerdings übersehen. „Bringing Up Baby“ (Leoparden küßt man nicht) war eine Komödie, bei der Howard Hanks Regie führte. Als Co-Star spielte Katharin Hepburn, die Cary Grants Spiel hervorragend ergänzte. Der Schauspieler Grant wurde durch diesen Film selbstsicherer, der ihm auch half, seine Filmidentität besser zu definieren. „Bringing Up Baby“ wurde 1938 mit guten Kritiken bedacht, war aber dennoch kein kommerzieller Erfolg. Aus heutiger Sicht ist dieser Film sicher einer seiner besten Filme und eine der besten Komödien.
„Gunga Din“ folgte 1938. Während der Arbeiten am Film wurde Carys Mutter aus der Anstalt entlassen, wo sie seit 1914 eingesperrt war. „Gunga Din“ wurde RKO’s profitabelster Film überhaupt. Nach Abschluss der Dreharbeiten fuhr Grant zu seiner Mutter. Auf der Schiffsreise zurück von England lernte er Barbara Hutton kennen. Zurück in Hollywood, erneuerte er seine Beziehung zu Phyllis Brooks. Der nächste bemerkenswerte Film war „His Girl Friday“, für den die Dreharbeiten wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges begannen.    
Er wurde ein kommerzieller Erfolg für Cary Grant. Im Herbst 1939 löste er seine Verlobung mit Phyllis Brooks. Im Mai 1940 traf er erneut mit Barbara Hutton zusammen und wurde „Ersatzvater“ für deren Sohn Lance. Zu dieser Zeit wurden gegen Barbara Hutton und ihren Freundeskreis wegen deren Beziehungen nach Nazi-Deutschland ermittelt. Einige von Cary’s Freunden wurden vom FBI als Kommunisten betrachtet. Daher wurde auch er überprüft, aber man fand keine dunklen Geheimnisse.
Grants nächster Erfolg war „The Philadelphia Story“, gedreht 1940 und gezeigt in den ersten Wochen des Jahres 1941. Einmal mehr war er einer der Beteiligten an dem Film, die nicht für den Academy Award nominiert wurden. Ebenfalls 1940 drehte er „Penny Serenade“ (Die schreckliche Wahrheit) mit Irenen Dunne und bekam seine längst verdiente Oscar-Nominierung.

Als weitere Film wurde 1941 „Suspiction“ (Verdacht) realisiert, in dem Grant einen Mörder spielen sollte. Regie führte Alfred Hitchcock. Hitchcock wusste, dass das Publikum ihn sich nicht in einer solchen Rolle vorstellen konnte, so dass der Effekt riesig sein würde. Aber das Studio wies dies zurück. So wurde der Schluss umgeschrieben. Schließlich war Grants Rolle zweideutig und „Suspiction“ wurde RKO’s größter Erfolg des Jahres 1941 mit einigen Oscar-Nominierungen – jedoch nicht für Grant. Joan Fontaine bekam den Oscar als beste Schauspielerin. Im Herbst 1941 drehte Grant die schwarze Komödie „Arsenic and Old Lace“ (Arsen und Spitzenhäubchen), das auf einem Broadway-Stück basierte. Dieser Film wurde sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik ein Erfolg. Grant hätte damit zufrieden sein können, aber er war es nicht. Er wollte diesen Film unter der Regie von Frank Capra machen – eine ausdrucksvollere, dramatische Komödie. Doch er irrte sich, indem er glaubte, Capra verstünde seine Komik-Stil nicht und bezeichnete selbst diese Rolle als seine Schlechteste.
Im Dezember 1941 legalisierte er seinen Namen Cary Grant und beantragte die Amerikanische Staatsbürgerschaft, die er 1942 erhielt. Im selben Jahr heiratete er die Woolworth-Erbin Barbara Hutton. Nach drei stürmischen Jahren wurden sie geschieden – das Paar wurde ziemlich harsch „Cash and Cary“ (Bargeld und Cary) genannt.
„The Talk Of The Town“ (Die Frau von der man spricht) wurde genau wie „Suspiction“ mit verschiedenen Enden gedreht, weil der Regisseur sich nicht entscheiden konnte, ob Cary das Mädchen bekommen soll, oder nicht. Der Film wurde sowohl kommerziell, als auch in den Augen der Kritiker ein Erfolg. Zu den Misserfolgen jener Jahre gehören „Once Upon A Time“ und „ None But The Lonely Heart“, beide entstanden 1944. Der letztgenannte Film war vermutlich das persönlichste Projekt, in das er jemals einbezogen war. Die Geschichte wurde zur „Geste seiner eigenen Wurzeln“.
„Night and Day“ (Tag und Nacht denk' ich an Dich) war die Geschichte von Cole Porter, der Grant persönlich für die Hauptrolle auswählte. Regisseur Michael Curtiz und Cary stritten sich ständig, die Kritiken waren harsch, aber das Publikum liebte den Film, der der bis dahin größte kommerzielle Erfolg Grants wurde.
1946 wurde der romantische Thriller „ Notorious“ (Berüchtigt -Weißes Gift) mit Ingrid Bergmann gedreht. Als diese ihren Mann und ihr erstes Kind wegen des italienischen Regisseurs Roberto Rossellini verließ, von dem sie bereits schwanger war, wurde sie deswegen auf Hollywoods Schwarze Liste gesetzt.
Unter denen, sie zu ihr hielten, war auch Cary Grant. Als Ingrid Bergmann 1957 einen Oscar für ihre Rolle in „Anastacia“ bekam, bat sie Cary, ihn von ihr anzunehmen. Sie sagte: „Jahrelang war er der einzige in Hollywood, der immer zu mir hielt ... in seinen Augen hatte ich nichts unrechtes getan“.
1947 hatte Cary einen weiteren Erfolg mit „The Bachelor and The Bobbysoxer“ (So einfach ist die Liebe nicht). Im darauf folgenden Jahr reiste er mit seiner Geliebten Betsy Drake nach Deutschland, wo er den FilmI Was A Male War Bride“ drehte. Dort diagnostizierte man bei ihm eine Hepatitis-Erkrankung, doch er setzte die Dreharbeiten fort. Er verlor mehr als 30 Pfund Gewicht. Nach einer kurzen Erholungszeit konnte er den Film beenden. Dieser wurde der größte Erfolg des Jahres für 20th Century Fox. Weihnachten 1949 heiratete der 45jährige Cary seine dritte Frau, die 26jährige Betsy Drake. Diese Ehe hielt bis 1962, war aber lange Zeit eine schwierige Beziehung.
1959 wurde „Crisis“ ein kommerzieller Flop. 1951 bestand „People Will Talk“ zwar vor den Kritikern, wurde aber kein Kassenerfolg. Zu den bemerkenswerten Filmen dieser Jahre zählt der 1952 entstandene „Monkey Business (Darling I Am Growing Younger)“ (Lieblich ich werde jünger), die von Grant darin gespielte Rolle war eine Reminiszenz an seine Rolle in „Bringing Up Baby“. Unter der Regie von Howard Hanks, gemeinsam mit Ginger Rogers und Marilyn Monroe wurde er nicht der große Erfolg, den alle daran beteiligten erwartet hatten.
Seine Frau Betsy brachte Cary zum Nachdenken über viele Dinge und er beschloss, seiner Ehe Vorrang zu geben. 1953 verkündete er seinen Beschluss, sich aus dem Filmgeschäft zurück zu ziehen.
In diesen Jahren war er auf der Suche nach seiner Identität. Sein Problem war nicht Cary Grant, der Schauspieler, sondern Archie Least. Unter Zuhilfenahme von LSD unter ärztlicher Aufsicht versuchte er, Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Zu jener Zeit war die Verwendung von LSD ein legales Experiment. Es war erst wenig über negative Wirkungen bekannt.
In einem Interview von 1959 bekannte sich Grant erstmals öffentlich zu dieser Suche nach sich selbst. Später äußerte er sich dazu nicht mehr. In den Sechzigern, als die Gefahren aus dem Gebrauch von LSD bekannt wurden, wurde es in den meisten  Staaten verboten. Grant bemühte sich, davon los zu kommen: „ Ich denke nicht im Traum daran, nochmals LSD zu nehmen...“.
Später war er dann nicht mehr so konsequent. Hat LSD Cary Grant verändert?
1954 kehrte er mit „To Catch A Thief “ (Über den Dächern von Nizza), der an der Französischer Riviera gedreht wurde, in das Filmgeschäft zurück. Dieser Hitchcock-Film wurde Im Herbst 1955 fertiggestellt und wurde ein kommerzieller Erfolg. Grant wurde als „Letzter romantischer Held“ betrachtet. 1958 war an der Spitze der erfolgreichsten männlichen Stars.
1956 spielte er in „The Pride and The Passion“ mit Sophia Loren, mit der er eine Affäre hatte. Zu jener Zeit überlebte Betsy den Untergang ihres Schiffes auf dem Rückweg in die USA. Nach einigen Quellen wies Sophia Loren am selben Tag einen Heiratsantrag von ihm zurück.
1957 wurde „An Affair To Remember“ (Die große Liebe meines Lebens) ein Erfolg, währen „Them For Me“ unter der Regie von Stanley Donen floppte. „Houseboat“ (Hausboot) war sein nächster Film, wieder mit Sophia Loren. Er machte ihr erneut einen Antrag, doch sie war bereits mit einem anderen liiert und er noch immer mit Betsy verheiratet. Ebenfalls 1957 begannen die Dreharbeiten zu „Indiscreet“ (Indiskret), gemeinsam mit Ingrid Bergman unter der Regie von Stanley Donen.
Im darauffolgenden Jahr machte er „North By Northwest“ (Der unsichtbare Dritte) mit Alfred Hitchcock, der ein Erfolg wurde. 1959 folgte „Operation Petticoat“ (Unternehmen Petticoat) – ein weiterer Erfolg, der größte von Universal überhaupt – Cary Grant selbst verdiente daran 4 Millionen.
Zu dieser Zeit kam Grants LSD-Geschichte an die Öffentlichkeit. Er wurde von dem Journalisten Hyams verklagt, weil er sich von dieser Story distanziert hatte. Cary hat den Streit beigelegt, indem er sich einverstanden erklärte, Hyams seine autorisierte Biographie schreiben zu lassen. 1960 wurden drei Artikel, die aus einer Folge von Tonband-Aufnahmen entstanden, im „Ladies Home Journal“ veröffentlicht. Hyams wurden $125.000 bezahlt, wovon Grant seinen Anteil bekam.
„The Grass Is Greener“ von 1960 wurde ein Flop. „That Tuch of  Mink“ (Ein Hauch von Nerz), der 1962 herauskam, wurde dagegen ein Kassenschlager. Im selben Jahr reichte Betsy nach einer Reihe von Cary’s Affären die Scheidung ein. Dyan Cannon wurde seine neue Flamme.
1963 entstand Grants letzter großer Film „Charade“. Dieser brach alle Kassenrekorde einer Startwoche. „Father Goose“ (Der große Wolf ruft) entstand danach. In ihm spielte er einen stark trinkenden Einsiedler. Der Film brach den soeben aufgestellten Kassenrekord von „Charade“.
1965 heiratete Grant Dyan Cannon in Las Vegas. Sie war 26, er 61. Die Presse erfuhr davon erst 11 Tage später. Carry and Dyan wurden 1968 geschieden.
1966 erschien Grants letzter Film „Walk, Don’t Run“ (Nicht so schnell mein Junge). Er wurde in Japan gedreht, während Dyan schwanger war. Carys erstes Kind war unterwegs.
Obwohl Grant seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft niemals offiziell verkündete, schien er damals sicher zu sein, dass seine Karriere beendet ist. In „Walk, Don’t Run“ spielte er eine väterliche Figur. Der Film wurde ein kommerzieller Erfolg.
Grant konzentrierte sich nunmehr auf seine Familie. Seine Tochter Jennifer bezeichnete er als seine „Beste Produktion". Seine Frau sprach später von einer „Pygmalion-Beziehung“ zu Grant.

Er beriet sie bei Bekleidung, Kosmetik und Karriere. Währen Cary lieber zu Hause blieb, war seien Frau lieber in Gesellschaft. Sie trennten sich 1967 und wurden 1968 geschieden.
Dyan beschuldigte ihn, sie geschlagen und LSD genommen zu haben. Grant war „vernichtet“ und fürchtete, seine geliebte Tochter zu verlieren. Ihm wurde jedoch erlaubt, seine Tochter zwei Monate im Jahr ohne Einschränkungen zu sehen.
1968 wurde Grant Mitglied im Rayette-Faberge.  Als Geschäftsmann war er erfolgreicher denn je. Aber das Highlight seiner späteren Jahre folgte 1970, als die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ihm einen Oscar für sein Lebenswerk verlieh. Grant war stets Kritiker sowohl der Akademie als auch des Systems „Hollywood“.
1973 starb Elsie Grant im biblischen Alter von 95 Jahren. 1974 wurde Cary Mitglied der Geschäftsleitung der Western Airlines, 1975 einer der Direktoren von MGM. Zu seinen weiteren Aktivitäten gehörten die Unterstützung des World Wildlife Fund und des Variety Clubs International.
Mitte der Siebziger begann er eine ernsthafte Beziehung zu Maureen Donaldson, einer 26jährigen Entertainment-Journalistin und Fotografin aus England. Ihre Beziehung endete 1977, als sie ihn wegen Warren Beatty verließ.
1976 lernte er Barbara Harris kennen, Presse-Chefin des Londoner Lancaster Hotels, wo Faberge die Jahrestagung abhielt. Nach zwei Jahren in Freundschaft begannen Harris und der 46 Jahre ältere Grant ihre gemeinsame Zukunft zu planen. Sie heirateten 1981 in Anwesenheit von Grants Tochter Jennifer.
1981 wurde Grant von der Senior-Vizepräsidentin des New Yorker Vortragsbüros Nancy Nelson mit deren Idee vertraut gemacht, eine Vortragsreise mit dem Titel „ Eine Audienz bei...“ zu organisieren. Sie wurden sich schließlich einig, von 1982 bis 1986 insgesamt 36 Veranstaltungen zu machen, bei denen er auf die Fragen des Publikums eingehen sollte. Er absolvierte diese Veranstaltungen sehr professionell und sie wurden ein Riesenerfolg.
Am 29. November 1986 verstarb Cary Grant auf einer solchen Vortragsreise an einem Schlaganfall.

Seine Tochter Jennifer verließ in ihrem letzten Jahr die Stanford Universität und trat in eine Schauspielklasse ein. Später bekam sie eine Rolle in der TV-Serie „Beverly Hills 90210“. Zu sehen war sie auch in „Friends & Ellen“, „Movie Stars“ und einer Rolle in dem Film „Evening Star“.
Cary Grants Filmkarriere hielt 30 Jahre an. Gerade im Jahr seines Abschieds vom Film wurde er von der Motion Picture Association of America zum kommerziell erfolgreichsten Star ernannt. Sein Ruhm hielt ohne Unterbrechungen an. Er war ein außergewöhnlicher und beständig populärer Star, der gleichwohl von Frauen und Männern verehrt wurde.
Cary Grant war insofern außergewöhnlich, als dass sein Akzent weder Wilder Westen, noch Westküste, weder Englisch noch Amerikanisch, weder gewöhnlich noch kultiviert, seltsam vertraut, dennoch faszinierend exotisch war. Cary Grant hat nicht existiert. Er wurde von Archie Leach erfunden, der wiederum nicht wusste, wer er selbst war, der aber wusste, was er wollte – und so wurde er zu Cary Grant, einem Mann aus Dream City, mit dem Charme eines Gentlemen, klassenlos und selbstbewusst, zuhause sowohl in der Welt der Musiksäle als auch in der High Society.
Cary Grant bewahrte seine Privatsphäre und lebte viel in seiner Leinwandwelt um uns an ihn glauben zu lassen ...Als er sich zurückzog, verschwand er aus unserem Blickfeld. Es gab keine Comebacks, keine Kuss- und Tratschmemoaren, keine Talkshows, keine autorisierten Biografien. Er war ein „ gloriöses Rätsel“, dass sich jeder Klassifikation entzog. Kurz, Cary Grant war „Eine Klasse für sich“.
 

Quelle:
Graham McCann, Cary Grant - A Class Apart, Paperback, Columbia University Press, New York, 1996.


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